| Nach mehreren Großbränden in den vorangegangenen Jahren des 16. und 17. Jahrhunderts in Flettmar,
das erstmalig im Jahr 1337 als Gut eines „Johan von Vletmer“ erwähnt wurde und Bränden in den Jahren 1880 u. 1881
(dabei brannte eine Hälfte des heutigen Dorfes ab) die noch mit Löscheimern gelöscht werden mussten.
Im Jahre 1882 beschloss man in einer Gemeindeversammlung für unseren damals noch selbstständigen Ort eine Handdruckspritze für Pferdezug anzuschaffen.
Zu damaliger Zeit waren in Flettmar 2 Feuerlöschteiche vorhanden.
Die Löschteiche lagen im Bereich des heutigen Feuerwehrhauses und an der Allerstraße Ecke Lustiger Strumpf.
Ein Jahr später, im Jahr 1883 wurde bei uns eine Organisation zur Bekämpfung von Haus und Stallbränden (Feuerwehr ) gegründet.
Die Führung wurde dem Händler Hermann Köhne übertragen. Von ihm übernahm später der Schmiedegeselle Heinrich Rantze die Aufgabe.
Als Einsätze aus der damaligen Zeit sind Brände in Müden (1883) und Flettmar (1908) erwähnt
Im Jahr 1910 hat der Landrat unsere Gemeinde aufgerufen, sich der Brandbekämpfung der Wald, Moor und Heideflächen anzunehmen.
Dies hat die Gemeindeversammlung am 23.03.1910 abgelehnt mit der Begründung; In unserer Gemeinde sind keine großen, zusammenhängenden Heide, Moor und Waldflächen vorhanden.
Im Februar 1913 wurde der erste Löschwasserbrunnen für Flettmar beschlossen. Sein Standort soll am heutigem Feuerwehrhaus gewesen sein.
Bei ausreichender Wasserlieferung für die Handdruckspritze sollte, laut Beschluss, der Feuerlöschteich zugeschüttet und an den Anlieger Friedrich Hacke Nr. 10 als Anlieger verkauft werden.
Der Brunnen wird ausreichend Wasser geliefert haben, denn der Teich wurde zugeschüttet und der Brunnen bis in die 1980 er Jahre bestand gehabt.
Im Jahre 1925 brannten die Anwesen „Williges“ und „Pahls“ ab. Weil dabei augenscheinlich Brandstiftung vorlag , stellte die Gemeindeversammlung einen Kriminal- und 2 Sicherheitsbeamten auf unbestimmte Zeit ein. Ausserdem wurden 2 besoldete Nachtwächter eingestellt.
Auch 3 weitere Feuerlöschbrunnen wurden gebohrt (am 2. Löschteich, Wiedenroths Ecke [Dorfstraße Ecke Allerstraße], Wilhelm Baars [Eichhof].
In dem Folgejahr wurde der 2. Löschteich dann auch zugeschüttet.
Am 1.12.1925 wurde im Gemeindeausschuß die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr beschlossen, die in den Jahren davor als Organisation des Ortes Flettmar bestanden hatte.
Ähnlich einer Pflichtfeuerwehr heute, zu der aus jedem Haus ein männlicher Einwohner im Alter zwischen 16 und 60 Jahren für die Brandbekämpfung sich zur Verfügung halten musste.
Ausserdem wurden 3 Mann dazu bestimmt, den Brandeinsatz zu leiten und die Leute richtig einzusetzen.
Der Gemeindevorsteher hatte die oberste Einsatzgewalt.
In der Versammlung wurden der Schmiedemeister Karl Lange und der Landwirt Otto Alpers zum Brandmeister gewählt. Daneben gab es eine Spritzenmannschaft, Hornisten, Schlauchhalter, ein Rettungskommando und eine Person zum Einsatz in Ställen.
Die Pflicht, bei Bränden als Feuerwehrmann eingesetzt zu werden bestand weiterhin für jeden 18 bis 60 Jährigen männlichen Flettmarer. Unbegründetes fortbleiben vom Feuer wurde mit einer Strafe von 10 Goldmark belegt, die zur Anschaffung und Ersatz von Gerät und Schläuchen verwendet werden sollen.
Auch wurde an mehreren Sonntagen im Jahr nachmittags Übungen zur Feuerbekämpfung abzuhalten.
Zur Alarmierung gab es ein Feuerhorn ohne Ventile. Da es sehr schwer zu Blasen war, wurde es durch eine Trompete ersetzt.
Erst nach dem Krieg im Jahr 1968 wurde eine Sirene installiert die dann die Trompete ablöste.
Nach den 2. Weltkrieg entwickelte sich das Feuerlöschwesen nur sehr schleppend, und die Handdruckspritze hatte noch volle Bedeutung obgleich eine DKW Motorspritze aus dem Bestand der Raufuttersammelstelle, die durch einen Luftangriff zerstört wurde, übernommen werden.
Anfang 1948 organisierte man das Feuerlöschwesen durch Gründung einer Feuerwehrkameradschaft neu.
Den ersten Brandeinsatz hatten die jungen Feuerwehrkameraden 1950 bei einem Wohnhausbrand in Flettmar bei Adolf Scheller (heute Busma).
Auch fanden 1950 die ersten Wettkämpfe in ............... statt.
Im Jahr 1952 beschaffte die Gemeinde Flettmar die ersten Uniformröcke.
Nach 1958 wurde die Funkton des Rechnungs- und Schriftführers eingeführt. Ab der Zeit sind dann auch direkte Aufzeichnungen vorhanden, davor sind nur die Gemeindeprotokolle herannziehbar.
Als nächstes Ereignis war in 1959 die Übernahme einer Tragkraftspritze TS8 von der Fa. Bachert (mit einem passendem Anhänger TSA )
Damit erregte man großes Aufsehen, weil sie im Saugbetrieb alles bis dahin dagewesene in den Schatten stellte.
1960 wurde die Beschaffung einer Alarmsirene beschlossen, aber nicht umgesetzt.
1962 sind 2 Brandeinsätze verzeichnet (Heuer Böckelse und Otto Wietfeld in Flettmar).
Das 1966 beschaffte Fahrzeug (TSF) von der Fa Hannomag wurde von der Stierhaltungsgenossenschaft mitfinanziert und war bei uns bis 1981 im Einsatz.
Aber damit nicht genug, den das Auto gibt es heute noch und wir können es alle 2 Jahre auf dem Schützenfest bewundern, denn der Schützenverein erwarb es und baute es zum Königswagen aus.
Auch aus der Zeit stammt ein Beschluss, der auf Antrag eines Ratsmitgliedes abgelehnt wurde, bei der Feuerwehr Beiträge zu erheben. Dieses gilt bis heute und so sind wir wahrscheinlich die einzigste Wehr in Niedersachsen, wenn nicht in Deutschland, die keine Mitgliedsbeiträge erhebt.
Neuerdings gibt es einen bei dem Förderer ihren Beitrag zum Feuerschutz leisten können.
1968, also 8 Jahre nach dem Ratsbeschluss gab es endlich die lang ersehnte Alarmsirene, die auf dem Dach der Gastwirtschaft Bruns (heute Döring ) installiert wurde.
Schon einige Tage später, nämlich am 14.05.1968 brannte das Wohnhaus und Stallungen von Otto Wietfeld, am 25.05.1968 ein Brand bei Fa. Fricke in Päse und am 28.09.1968 der Stall von Heinrich Williges.
5 Einsätze gab es in 1969 und 1970 waren es 2.
Mit der Errichtung der Zentralen Wasserversorgung 1971 wurde die Wasserversorgung entscheidend verbessert.
Als Großschadensereignis ist die Waldbrandkatastrophe von 1975 zu nennen.
Wir waren dabei bei Stüde und Leiferde im Einsatz.
An dieser Stelle möchte ich an die verbrannten Kameraden aus Fallersleben und Hohenhameln erinnern. Noch heute findet am 10 August am Ehrenmal bei Meinersen eine Gedenkfeier statt.
Die Kalthausgenossenschaft wurde 1979 aufgelöst weil die Kühlanlage verschlissen und eine Reparatur unwirtschaftlich war.
Das Gebäude, schon immer unter einem Dach mit der Feuerwehr, hat die Samtgemeinde übernommen und der Feuerwehr Flettmar zur Verfügung gestellt.
Es sollte ein Gruppenraum und Toiletten eingebaut werden. Kurz vor Fertigstellung wurde die ganze Arbeit durch eine Baufirma zu nichte gemacht.
Bei den Bauarbeiten wurde durch Grundwasserabsenkung mit defekten Filtern im Rahmen des Ausbaus der Schmutzwasserkanalisation, das ganze Haus abgesenkt.
In der Folge wurde das alte Gebäude abgerissen und durch einen Neubau an alter Stelle ersetzt.
Die Bauarbeiten zogen sich bis 1981 hin.
Bei der Einweihung des Feuerwehrhauses wurde auch ein neues TSF ( VW LT31 ) eingeweiht. Auch hatte es 1979 noch eine TS8 wider von der Fa. Bachert gegeben.
Die Pumpe von 1959 konnte wegen Ersatzteilmangels nicht mehr repariert werden.
Im Mai 1982 konnte sich die Flettmarer Bevölkerung ein Bild vom neuen Haus und Auto machen.
Auch an den Waldbränden bei Wesendorf im August 1982 waren wir im Einsatz.
Im September des Folgejahres haben wir das 100 Jährige bestehen der Feuerwehr gefeiert. Mit Komers, Pokalwettkämpfen, Tanz und einer Schauübung bei Kaffee und Kuchen gab es ein rauschendes Fest.
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